Neue Richtlinie zur Sexual- und Familienerziehung in Bayern – Möglichkeit zur Diskussion

In Bayern war ja geplant, eine neue Richtlinie für Familien- und Sexualerziehung einzuführen. Wie zu erwarten war, klinkten sich die Aktivisten von „Demo für alle“ (sowie verwandte Organisationen) sofort ein und organisierten eine Petition und Veranstaltungen dagegen. Und das, obwohl der Entwurf von der ohnehin nicht gerade für ihre sexualliberalen Ansichten bekannten CSU stammt. Aktivisten trafen sich dann auch mit Kultusminister Herrn Dr. Spaenle, wie „Citizen Go“ stolz verkündete („Citizen go“ ist für die Petition gegen die neuen Richtlinien verantwortlich)

Seither ist was passiert? Rein gar nichts!. Es besteht offenbar kein Interesse mehr an der Umsetzung neuer Richtlinien, da man vor der Reaktion konservativ-reaktionärer Kreise offensichtlich zu sehr Angst hat.

Der Entwurf lässt sich einsehen. Ich will mit meiner Meinung dazu auch nicht hinter dem Berg halten. Der Entwurf ist so, wie er da steht, völlig harmlos. Von „Frühsexualisierung“ oder „Indoktrinierung“ keine Spur. Es gibt sogar einen „Aktionstag für das Leben“, der mit Sicherheit eher reaktionär-konservativen Interessen geschuldet ist.

Aber lest selbst. Ich wäre froh, wenn mir jemand ein paar problematische Passagen nennen könnte. Ich habe alles als völlig handzahm und nahezu übervorsichtig empfunden (und das, obwohl mir ja regelmäßig konservative Verklemmtheit in Sachen Sexualität vorgeworfen wird ^^).

Um die Richtlinien zu lesen, bitte hier klicken

 

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38 Gedanken zu “Neue Richtlinie zur Sexual- und Familienerziehung in Bayern – Möglichkeit zur Diskussion

      1. Mein erster Eindruck, und zwar bis einschließlich „2“ ist nicht schlecht. (Zu beachten ist allerdings, dass in solchen Novellen der Vergleich mit der ursprünglichen Version geboten ist, da Abweichungen die Interpretation leiten.)

        Interessant ist, dass hormonelle Aspekte Beachtung finden, und ökonomische Betrachtungen aufgenommen werden, für romantische Partner, sowie für Prostitution und Sexarbeit.

        Aufschlussreich – notwendig – wäre die Literatur, die behandelt werden soll. Nicht klar ist was unter einer „gleichberechtigten“ Partnerschaft zu verstehen ist, und was Rollenbilder zu „fragwürdigen“ macht. Ähnlich offen ist, was „sexualisierte“ und „diskriminierende“ Sprache ist.

        Zudem interessiert mich wie kategorisch die „gemeinsame Erziehung“ von Jungen und Mädchen ist. Der Gesichtspunkt kehrt auch unter Inklusion wieder. Hier bin ich skeptisch. Aus mehreren Gründen, sollten einige Einheiten getrennt behandelt werden. Interessant wäre es, Themen sowohl getrennt, als auch zusammen zu behandeln.

        Auffallend ist, dass Alkohol als Risikofaktor thematisiert wird.

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      2. Wohl viele. Welches Selbstverständnis entwickeln Männer (Jungen) und Frauen (Mädchen) wenn sie unter ihresgleichen sind? Wie wandeln sich die Gedanken und Haltungen wenn sie zusammen – „gemischt“ – sind? Die spezifischen Interessen dürften so klarer werden. Es geht nicht nur um „aktive“ Störungen (Diskussionsstil, Antagonismen, und dergleichen), sondern auch um „passive“ (man nimmt Rücksicht auf das andere Geschlecht; man schämt sich angesichts des anderen Geschlechts; man möchte gefallen [Romantik/Erotik]); die Gruppe setzt andere Interessenschwerpunkte. Auch der Wesenskontrat zwischen männlichen und weiblichen Gruppen (Hiearchie; Aufgaben- versus Beziehungsfokus, etc.) macht einige Dinge klarer, oder wirft Fragen auf.

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      3. Auch auf Rollen, Beziehungen, Ambition, Konfliktverhalten, Flirten, Belästigung, …

        In losem Zusammenhang, ich kann mich nur an wenige Dinge erinnern, die sich dem Konzept zuordnen lassen. „Kondomkunde“, den rudimentär-ungelenken Klassiker in Biologie, etwa 6. Klasse. Ab dann wohl 2-stellige Klassenstufen: Schönheitsoperation und Paternalismus (Deutsch); ein Mädchen hatte als Lebensentwurf den Plan ohne Vater (aber heterosexuell) ein Kind zu bekommen und alleine großzuziehen; kurz Enthaltsamkeit und Treue (Religion); sowie ein Mädchen deren widersprüchliches elitäres Wehklagen ich zum anscheinenend Gefallen der Religionslehrerin (und weiter Teile der Klasse) auseinandergenommen habe. Im Nachhinnein ist es halbwegs wahrscheinlich, dass sie eine Feministin war. Weder Wort noch Konzept hatten während des gesamten Gymnasiums für mich eine Bedeutung, was etwas über den Unterricht aussagt.

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      4. Ja, der ist ziemlich schlecht. Der zweite Teil handelt davon, was ich von dem entsprechenden Unterricht wahrgenommen habe. Das es ein geschlossenes Konzept „Geschlechter“, also eine umfassende Auseinandersetzung gab, ist mir nicht bewusst. Ich erinnere mich soweit nur an die genannten Punkte. Verwirrenderweise spreche ich am Ende nochmal von „(Wort und) Konzept“, hier geht es aber um Feminismus (was nur ein Teil des Konzepts „Geschlechter ist). Ich fand meine Schulzeit ziemlich nett, und mit kontroversen Diskussionen. Insofern bin ich weniger geneigt etwas zu verändern. Das man keine entfernte Ahnung hat was „Feminismus“ ist, scheint mir aber eine ziemliche Lücke. (Was bei weitem Blick nicht die bedeutendste ist. Gerechtigkeitstheorien sind von elementarer Bedeutung, fehlen aber so gut wie vollständig. Mit allgemeinen Prinzipien und Theorien, lässt sich in weiten Teilen auch der Geschlechterkrieg beantworten.)

        Brauchst du für den ersten Teil, die Reihung noch eine Erklärung. Das fände ich etwas ermüdend; wenn es dir ernst ist, versuche ich es aber trotzdem gerne.

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      5. „Aber“? Ist da ein Widerspruch zu dem was ich geschrieben habe, oder sprichst du losgelöst?

        Ich sehe ein Problem, dass ich in einem Teil schon bei der Ehe für Homosexuelle angesprochen habe. Das Risiko ist offensichtlich, dass die entsprechenden Interessengruppen eine gewaltige Auseinandersetzung führen, die totalitäre Züge annimmt. Letztlich soll dann mit Gesetzeszwang die Anerkennung, nicht bloß Toleranz durchgesetzt werden. Sieh dir die Eskalation in den USA an, etwa in Bezug auf „microaggressions“, „trigger warnings“, und „safe spaces“. Hier ein paar andere Elemente:

        https://www.washingtonpost.com/news/volokh-conspiracy/wp/2016/05/17/you-can-be-fined-for-not-calling-people-ze-or-hir-if-thats-the-pronoun-they-demand-that-you-use/?utm_term=.e2eb8fb0385b

        http://reason.com/blog/2016/05/09/bartenders-cant-refuse-to-serve-pregnant

        Der Lauf in Deutschland ist ähnlich. Sieh dir das junge AGG an, das nunmehr erweitert werden soll. Betrachte die hate speech Interventionen.

        Ich unterstelle nicht, dass komplette Ablehnung die richtige Reaktion ist. Und im Ideal bin ich für die Darstellung sämtlicher Auffassung (wie genannt auch feministisch). Allerdings bin ich auch für Privatautonomie (einschließlich Diskriminierungsfreiheit), wobei der Staat, aus Gründen des Realismus, eine gewisse pluralistische „Mindestversorgung“ gewährleistet. (Er stellt also zb sicher, dass ein paar Unternehmen Frauen bevorzugen, und ein paar Unternehmen Männer. Gerade keine „flächendeckende“ Quote, noch solche Standards für Belästigung. Stattdessen eine Vielfalt an Standards.)

        Das Problem ist, dass wenige Gesetze auf neutralen und ewigen Prinzipien beruhen. Zusammen mit dem Anspruchsdenken von – in diesem Fall – Minderheiten, ist nicht gewährleistet, dass es eine echte freiheitliche Grenze gibt. Daher haben selbst Personen, die an sich ein anderes Ideal im Sinn haben (welches vorteilhafter für Minderheiten ist, als der Status Quo), Grund zu vermeiden dass jeglicher „Boden“ preisgegeben wird.

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      6. Im Idealfall? Ich würde, sofern es Zeit und sonstige Ressourcen erlauben, „radikale“ sowie moderate Positionen (durch Gastredner) darstellen lassen.

        Realistisch, im Rahmen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Tendenz — ich neige (konservativ, im Sinne von Burke) zu langsamen, begrenzten Änderungen, und würde die dezentral vornehmen, nicht in einer Veränderung des allgemeinen Lehrplans. (Kurz: „Pilotprojekte“.)

        (Wer Neutralität will, sollte grundsätzlich Gegenseiten vertreten lassen, also auch „Intoleranz“.)

        Mich würden die Auffassungen von mit den Bedürfnissen von homosexuellen Kindern Vertrauten interessieren. Wenn man nicht die ganze Klasse einem „Bildungsprogramm“ unterzieht, sollte man nichtsdestoweniger prüfen, wie man Einzelne versorgen/betreuen/unterstützen kann — mit Ansatz in der Schule.

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      7. „Wenn man nicht die ganze Klasse einem „Bildungsprogramm“ unterzieht“

        Wie z. B. homosexuelle menschen wahrgenommen werden, hat aber eben nicht nur mit ihnen zu tun, sondern mit dem gesamten Umfeld. Darum wäre es albern, hier einen „Spezialunterricht“ anzubieten.

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      8. Es wäre albern einen Unterricht abzuhalten, in dem man nicht die Personen unterrichtet, die unterrichtet werden sollen. Ich stelle gerade in Frage, dass alle zu unterziehen sind. Dass Homosexuelle von spezifischem Unterricht trotzdem Vorteile haben ist durchaus nahe liegend („kenne ich dich selbst, und dein Umfeld“).

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  1. Das Dokument selbst ist sehr neutral und sehr sachlich gefasst. Die Frage ist, wie würde dieses in der schulischen Praxis umgesetzt. Wird der subtilen Hinführung zu Täter=männlich, Opfer=weiblich widerstanden? Wird auch thematisiert, dass rund 20% aller Personen die Kinder missbrauchen weiblich sind?
    Es geht letztlich immer darum, wie etwas nahegebracht wird. Auch unsere Gesetze sind bis auf wenige Ausnahmen, vollständig geschlechtsneutral abgefasst. Die Praxis in der Gerichtsbarkeit zeigt aber, dass Klischees in den Köpfen der Menschen sehr schnell zu geschlechtsspezifischen Beurteilungen führen können.
    Ebenso ist es denke ich auch hier. Die Intention selbst sehr gut und richtig. Die Ausführung ist dass, was ganz genau und sehr kritisch beobachtet werden müsste. Wo wenn nötig Korrekturen angesetzt werden müssen um keine weitere Spaltung zwischen den Geschlechtern wachsen zu lassen.
    Wenn man Kindern das Gefühl gibt, sie seien alle nur gleichwertige Menschenkindern, klarstellt dass jede Art von Übergriff oder negativem Verhalten von jedem Menschen ausgeübt werden kann, dann ist so ein Unterricht nicht voll in Ordnung, sondern sehr begrüßenswert.

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      1. Ist ebenfalls im Internet einsehbar.

        https://www.km.bayern.de/download/493_16.pdf

        Auffällig ist hier, dass das Thema Homo- und Bi- sowie Transsexualität überhaupt keine Rolle spielt, sondern rein auf heterosexuelle Paare abgezielt wird – im sehr traditionellen Sinne, übrigens. Dass die neuen Richtlinien dies, sehr moderat, ändern wollen, wird von den Gegnern bereits als Sexualisierung und Indoktrinierung verunglimpft.

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      2. Übrigens geht es „Demo für alle“ und ähnlichen Organisationen ja gerade darum, Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu erhalten und nicht darum, sie abzubauen, wie es von dir ja offenbar gewünscht ist. Du könntest also aus anderer Perspektive gegen den Entwurf sein, aber deren Protest teilst Du offenbar nicht.

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  2. Was mich mit Argwohn sehe, ist die Ergebnisorientierung. Im Prinzip sollte das gesamte Spektrum von „sexistisch“ bis feministisch/gender-neutral Raum finden. Anhand dessen haben die Schüler selbst zu entscheiden, selbst zu einem Ergebnis zu kommen. Das bedeutet auch streitbare Auseinandersetzung (weshalb man bei der Nennung von Harmonie und Respekt aufmerksam sein sollte).. All das gilt umso mehr als die Begriffe „sexistisch“ und „gleichberechtigt“ Horte der Willkür sind. An Literatur würde ich über Mythologie, Religion, Utopie, und Dystopie mehr zur Geltung bringen.

    Nebenbei: http://www.nytimes.com/2016/09/26/opinion/pronoun-privilege.html

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  3. Hallo Margret,
    schön, dass du diese Richtlinien hier verlinkt hast. Habe mir die gerade mal durchgelesen und tatsächlich durchaus Dinge gefunden, die ich bemängeln würde. (aber wesentlich weniger als bei den von Baden Würtemberg zum Beispiel)
    Konkret:
    – Warum müssen 6 und 7jährige mit Menschen, zu denen sie evtl. keine enge Beziehung bzw. kein Vertrauensverhältnis haben, über ihre Gefühle reden?
    – Warum müssen kleine Kinder im Alter von 9 oder 10 Jahren wissen, wie sich eine Schwangerschaft entwickelt?
    – Verhütung wird aber erst im Alter von 15 thematisiert, warum?
    – Oft wird eine Meinung, die die Jugendlichen haben müssen, vorgegeben, z.B.: „lehnen klischeehafte Rollenzuweisungen für sich und andere ab“ (Jahrgangstufe 9,10). Man kann von klischeehaften Rollen halten, was man will, aber ob man diese für sich selbst befürwortet oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden können. Bei vielen anderen Themen wird hingegen ein „Diskutieren“ statt einer vorgefertigten Meinung gefördert.

    Außerdem natürlich wäre es interessant wie die einzelnen Aspekte tatsächlich umgesetzt werden? Welche Literatur wird verwendet und wie neutral verhält sich die vermittelnde Lehrkraft?

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    1. Deine anderen Punkte kann ich stehen lassen, aber hier frage ich „Warum nicht“?

      „Warum müssen kleine Kinder im Alter von 9 oder 10 Jahren wissen, wie sich eine Schwangerschaft entwickelt?“

      Meine Kinder wussten das bereits wesentlich früher. Warum sollte 9 oder 10 zu früh sein? Ich persönlich finde es eher zu spät.

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    2. „lehnen klischeehafte Rollenzuweisungen für sich und andere ab“

      Hier übrigens muss ich dir ebenfalls widersprechen. Wenn man in Klischees denkt, neigt man zu Diskriminierungen. Und Schulen haben auch einen Erziehungsauftrag. Warum sollte es in Ordnung sein, andere zu diskriminieren? Und warum sollte es nicht in Ordnung sein, darauf hinzuweisen, dass in Klischees zu denken, anderen Menschen (und eventuell auch sich selbst) schaden kann. Ich kenne zahlreiche Homosexuelle, die an den klischeehaften Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit fast zerbrochen wären. Ich finde es absolut in Ordnung, hier schulisch gegenzuwirken und Jugendlichen zu vermitteln, dass auch jemand völlig in Ordnung ist, der nicht „typisch“ ist.

      „Verhütung wird aber erst im Alter von 15 thematisiert, warum?“

      Weil die Richtlinien von der CSU entworfen wurden und insofern, wie gesagt, noch extremst vorsichtig vorgegangen wurde, eher in Richtung der katholischen und evangelikalen Kirchen, die eine Aufklärung über Verhütung teils ganz ablehnen.

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      1. „Hier übrigens muss ich dir ebenfalls widersprechen. Wenn man in Klischees denkt, neigt man zu Diskriminierungen.“

        Und wer sagt, dass diese „Diskriminierungen“ (übrigens sowohl klassische linguistische Manipulation als auch Prophezeiung, denn diskriminieren an sich bedeutet lediglich zu unterscheiden, auszuwählen, anders zu behandeln) falsch sind? Wer hat die Autorität festzulegen, dass traditionelle „Rollen“ schlecht, besser, oder gleichwertig sind? Ebenso für Femininität und Männlichkeit. (Was soll „völlig in Ordnung“ bedeuten? Widerspricht dem die Auffassung, dass Männlichkeit Männern besser entspricht? Widerspricht dem die Auffassung, dass homosexuelle Küsse weniger ästhetisch sind als heterosexuelle?)

        Was willst du in Sachen stereotype accuracy diktieren? http://www.spsp.org/blog/stereotype-accuracy-response (Eine weitere sprachliche Manipulation — „Stereotyp“ besagt eigentlich nicht, dass die gegenständliche Einschätzung falsch/unzutreffend ist.)

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      2. Ich ziehe in vielen Dingen feminine Frauen vor. Eine solche Präferenz bedeutet, dass sie für mich besser sind. Und selbstverständlich ist ein Vorziehen ein Diskriminieren. Möchtest du das verbieten?

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      3. Es ist nicht so simpel. Feminine Eleganz hat Schönheit die besonders weiblich ist. Sex lässt sich nicht vollständig abtrennen; aber weiblicher Körper mit fließender Form, filigraner Bewegung, sanfter Perfektion, und gefühlvoll-weicher Stimme ist in einer Weise melodiös, die einzigartig ist. Dabei geht es nicht nur um Partner. Das ist auch so bei Frauen, mit denen ich nicht verbunden bin. Es geht um Präferenzen. Solche Frauen sind anderen Frauen, und Männern, überlegen. Das ist für mich so. Und ich werde weder diesen Frauen, noch mir gerecht wenn ich heuchle, dass es anders ist. Es wäre auch intellektuell lächerlich. Noch besteht dazu eine objektive Pflicht.

        Für mich gilt die Freiheit anderer. Den Rest tue ich freiwillig, aus meinem eigenen Gefühl der Achtung und (menschlichen) Zuneigung. (Mein eigenes opportunistisches Verhalten lasse ich für den Moment beiseite.)

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      4. „Solche Frauen sind anderen Frauen, und Männern, überlegen. Das ist für mich so. “

        Für dich. Trotzdem respektierst Du hoffentlich auch Frauen, die anders sind.Ich z. B. habe ein großes Problem mit „Supermamas“. Ich mag solche Frauen einfach nicht. Trotzdem behandle ich sie nicht respektlos.

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      5. Was soll „Respekt“ bedeuten? Zieh in Betracht, auch die noch offenen Fragen zu beantworten.

        Ich schenke diesen Frauen mehr und andere Aufmerksamkeit, und vermittle gelegentlich meine Wertschätzung.

        Ich respektiere tatsächlich Frauen, die sich aufrecht männlich verhalten (ohne wie ein Mädchen über Beleidigungen zu weinen). Ich schätze Standhaftigkeit, und Stärke, und sehe in solch einem Verhalten, dass keinen Anspruch auf Hilfe geltend macht oft etwas sehr edles. In dem Fall sehe ich mich sogar verpflichtet, beizustehen.

        Jedoch kann ich das nicht zum objektiv zwingenden Maßstab erheben, den ich mit Staatseinfluß durchsetze. Genauso wenig übrigens, wie meine Präferenz für feminine Frauen. (Das würde ich übrigens nicht wollen, den mir ist an Echtheit gelegen.)

        Ich finde männliche Homosexualität unästhetisch, mitunter „häßlich“. Es besteht kein Anrecht, dass ich darüber lüge. Noch ist mein Empfinden objektiv „falsch“. (Zur Einschätzung, es ist weder legitim Homosexualität, noch den Beischlaf von Geschwistern zu kriminalisieren.) Dennoch schätze unter anderen Gesichtspunkten Eigenschaften von homosexuellen Männern.

        Was du zu „Supermamas“ sagst, legt nahe, dass wir einige Berührungspunkte haben. Jedenfalls gefällt mir die (ehrliche) Aussage.

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      6. verstehe ich jetzt gerade nicht. Du respektierst Frauen mit „männlichen“ Verhaltensweisen, weil diese nicht um männliche Hilfe ersuchen auf der anderen Seite allerdings bevorzugst Du „weibliche“ Frauen (die um männliche Hilfe ersuchen?)?

        „Was du zu „Supermamas“ sagst, legt nahe, dass wir einige Berührungspunkte haben. Jedenfalls gefällt mir die (ehrliche) Aussage. “

        Mich nerven v. a. Mütter, die über andere Mütter lästern, weil sie nicht selbst backen, das Sportzeug nicht gebügelt haben etc. Ich backe gern (und hasse bügeln 🙂 ), aber ich kann es nicht leiden, wenn man andere Mütter runtermachen muss, weil sie die Geburtstagstorte vom Bäcker holen oder das Karottenbreichen von Hipp kaufen.

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      7. Betrachte die Elemente unabhängig. 1) Ich schätze Standhaftigkeit. Die zeigen einige männliche Frauen unter Bedrängnis sich feminin zu verhalten. 2) Ich schätze es, wenn jemand nicht behauptet, dass ihm (meine) Hilfe zusteht. Der Klarheit halber, nicht um Heldentum zu behaupten: Eine Frau wird von zwei Männern angegriffen. Ich bin deutlich geneigter zu helfen (und meine Gesundheit zu riskieren) wenn sie nicht die Haltung hat „mir steht zu, dass du hilfst“. 3) Feminine schätze ich nicht überwiegend, weil sie um Hilfe ersuchen. Femininität ist viel reichhaltiger. Sie hat einen eigenen Wert, eigene Schönheit und eigene Fähigkeiten die ich mag. Sie ist bereichernd.

        „Ich backe gern (und hasse bügeln🙂 ), aber ich kann es nicht leiden, wenn man andere Mütter runtermachen muss, weil sie die Geburtstagstorte vom Bäcker holen oder das Karottenbreichen von Hipp kaufen.“

        Es gibt phantastische Mütter, sogar die mehr leisten, und *deswegen* nicht bügeln. Mutter sein hat viele Elemente, und Momente. Nichtsdestoweniger, für seine Familie zu backen ist schön, und verdient Wertschätzung. Motive spielen auch ein Rolle. Wer backt um sich zu (nach außen) zu profilieren hat schlechtere Motive. — Am Rande bemerkt scheint es mir unvernünftig Sportzeug zu bügeln. Die Zeit lässt sich wahrscheinlich besser verwenden. Aber ich will jetzt nicht Lästerei verfallen. Vielleicht später. Für den Moment, ich glaube du bist fürsorglich.

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    3. „Warum müssen 6 und 7jährige mit Menschen, zu denen sie evtl. keine enge Beziehung bzw. kein Vertrauensverhältnis haben, über ihre Gefühle reden?“

      Es ist vielleicht ganz hilfreich, zu lernen, über seine Gefühle zu reden. Und, wie gesagt, die Schule hat auch einen Erziehungsauftrag. Da geht es dann ja um so Dinge wie Trauer, Angst, Freude … eher im allgemeinen. Im Großen und Ganzen ziemlich harmlos. Im übrigen hat man zu der Grundschullehrerin/zum Grundschullehrer ja meist ein Vertrauensverhältnis.

      Übrigens würde mich interessieren, was dich an den BaWü-Richtlinien genau stört.

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    4. @Margret:

      „Warum sollte 9 oder 10 zu früh sein? Ich persönlich finde es eher zu spät.“

      Weil es zu mehr Fragen als Antworten führt. Und diese werden dann nicht beantwortet, weil das Thema Sex erst viel später vorgesehen ist.

      „Ich finde es absolut in Ordnung, hier schulisch gegenzuwirken und Jugendlichen zu vermitteln, dass auch jemand völlig in Ordnung ist, der nicht „typisch“ ist.“

      Das sehe ich auch so.
      Vielleicht haben wir diesen Satz unterschiedlich aufgefasst. Für mich kam es so rüber, dass es Ziel sein sollte, sich selbst nicht mehr nach einem Rollenklischee zu verhalten und das fände ich nicht gut, da jeder auch die Möglichkeit haben sollte, sich klischeemäßig zu verhalten.

      „Im übrigen hat man zu der Grundschullehrerin/zum Grundschullehrer ja meist ein Vertrauensverhältnis.“

      Erstens hat das nicht jeder und zweitens handelt es sich ja meist im Rahmen des Unterrichts nicht um vier Augen Gespräche, sondern es wird die gesamte Klasse mit eingezogen. Und ich finde es nicht gut, kleine Kinder dazu bewegen zu wollen, über ihre Gefühle in der Schule zu sprechen. Warum soll das besser sein, als sich selbst Gedanken zu machen oder diese Dinge mit vertrauten Personen von sich aus zu bereden?

      „Übrigens würde mich interessieren, was dich an den BaWü-Richtlinien genau stört.“

      Dazu müsste ich mir die nochmal raussuchen, ist bereits länger her. später evtl.

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