Christenverfolgung in Flüchtlingsheimen

Dass die Christenverfolgung bzw. generell die Verfolgung von Menschen nicht-muslimischen Glaubens in Flüchtlingsheimen derart extrem ausgeprägt ist, war mir bisher nicht bekannt.

Ich kannte allerdings einige Berichte orientalischer Christen bzw. mir wurden solche Vorfälle von Betroffenen selbst erzählt, ich hielt diese aber für bedauerliche Einzelfälle. Offenbar weit gefehlt, wie man auf der Pressekonferenz verschiedener Menschenrechtsorganisationen heute erfahren konnte. Beleidigungen, Todesdrohungen und Gewalt gegen Christen und andere Nicht-Muslime scheinen leider eher die Regel denn die Ausnahme zu sein.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/christen-klagen-ueber-schikanen-in-fluechtlingsheimen-a-1091479.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/christliche-fluechtlinge-bis-zu-40-000-nicht-muslime-im-fluechtlingsheim-drangsaliert-14223089.html

http://www.sueddeutsche.de/news/politik/fluechtlinge-christen-klagen-ueber-bedrohung-in-deutschen-asylunterkuenften-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-160509-99-881602

Auch, dass sogar Wachleute an Übergriffen auf Christen, speziell auf Konvertiten beteiligt sind, war mir bisher nicht bekannt.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article151104662/Muslimische-Security-verpruegelt-Christen-im-Asylheim.html

Mich interessiert eure Meinung: Wie soll mit dem Problem umgegangen werden?

 

 

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43 Gedanken zu “Christenverfolgung in Flüchtlingsheimen

  1. nächst sollte man wohl etwas vorsichtig sein was die Interpretation der Studie angeht ob ihrer Herkunft. Ansonsten muss aber schlicht ohne Berührungsängste rechtsstaatlich durchgegriffen werden.

    Wenn dann halt eine ganze Reihe Flüchtlinge ins Gefängnis wandert, ist es halt so. Bei religiös motivierten Straftaaten Rücksicht zu nehmen halte ich für genau das falsche Signal.

    Andererseits besteht wohl das Problem, dass die Polizei häufig unterbesetzt ist und solche Konflikte sehr schnell in Massenschlägereien ausarten. Da muss man die Polizei entsprechend unterstützen. Sonst werden einige Straftaaten aus „Angst“ (Ermessen) gar nicht erst verfolgt.

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    1. „nächst sollte man wohl etwas vorsichtig sein was die Interpretation der Studie angeht ob ihrer Herkunft.“

      Ich muss offen zugeben, dass ich jetzt nicht (mehr) vorsichtig bin, ganz schlicht deshalb, weil es sich a) mit dem deckt, was ich seit Monaten selbst immer wieder aus erster Hand zu hören bekomme und b) ich gestern beim Nachrecherchieren auf dutzende ähnliche Einzelartikel aus den letzten Monaten gestoßen bin. Zumal Open Doors ja hier mit anderen Organisationen kooperiert hat. Und den Zentralrat orientalischer Christen in Deutschland sowie die IGfM halte ich für sehr glaubwürdig.

      „Andererseits besteht wohl das Problem, dass die Polizei häufig unterbesetzt ist und solche Konflikte sehr schnell in Massenschlägereien ausarten. Da muss man die Polizei entsprechend unterstützen. Sonst werden einige Straftaaten aus „Angst“ (Ermessen) gar nicht erst verfolgt.“

      Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das Hauptproblem ja, dass die schikanierten Flüchtlinge extrem in der Minderzahl sind und Wachleute oft wegschauen oder gar selbst mitmachen. In dem Fall der beiden verprügelten Iraner (Welt-Artikel ganz unten) wurde ja noch nicht einmal die Polizei oder ein Krankenwagen gerufen, das mussten ehrenamtliche Helfer einige Zeit später erledigen.
      Und viele zeigen nicht an, aus Angst, danach noch mehr schikaniert zu werden oder auch wegen mangelnden Sprachkenntnissen.

      Ich überlege, ob es vielleicht eine Möglichkeit wäre, die Flüchtlingsheime komplett staatlich zu verwalten und Polizeibeamte als Sicherheitspersonal einzusetzen, statt der dubiosen Wachdienste (also quasi eine „Flüchtlingsheimwache“). Aber vermutlich scheitert das daran, dass wir viel zu wenig Polizeibeamte haben. Eventuell könnte man aber wenigstens Polizisten als Vorgesetzte der Wachleute einsetzen. Letzten Endes wird es wohl darauf hinauslaufen, dass wir deutlich mehr Polizeibeamte brauchen. Und, dass ein Wille zum Durchgreifen in solchen Fällen vorhanden ist.

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      1. „Aber vermutlich scheitert das daran, dass wir viel zu wenig Polizeibeamte haben.“ – Exakt, die Polizei ist so schon in den meisten Städten hoffnungslos unterbesetzt und neue Polizisten kriegt man nicht so einfach von heute auf morgen.

        Eigentlich wollte ich jetzt schreiben „außer man macht einen 3-monatigen Crashkurs wie in Sachsen, aber das will bestimmt keiner“. Nach einigem Nachdenken sehe ich aber gerade den Sinn von dieser „Wachpolizei“. Wenn diese als Sicherheitskräfte eingesetzt werden, dann gibt es hier wenigstens einen Ansatz von Auslese/Ausbildung. Und zumindest in diesem Artikel stellt sich mir das Konzept eigentlich recht positiv dar:

        http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Saechsische-Wachpolizei-formiert-sich-und-bleibt-umstritten-artikel9423887.php

        Unabhängig davon scheitert es aber momentan daran, dass viele dieser Taten gar nicht erst zur Anzeige gebracht und wenn, dann (soweit ich weiß) nicht intensiv verfolgt werden. Da die Flüchtlinge normalerweise aus Ländern kommen, in denen man sich nicht auf den Staat in Form der Polizei verlassen kann, ist es umso wichtiger, dass den Betroffenen vermittelt wird, dass die Polizei hier wirklich helfen kann (und wird).

        Ich habe den Eindruck, dass daran noch von allen Seiten gearbeitet werden muss. Dass Täter ungestraft davonkommen ist jedenfalls aus mehreren Perspektiven die schlimmste Botschaft die man vermitteln kann.

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      2. Interessant, das kannte ich noch nicht. Als „Hilfspolizisten“ für solche akuten Notfälle kann ich mir das durchaus vorstellen, aber nur, wenn die Betreffenden quasi „berufsbegleitend“ weitergeschult werden. Vermutlich ist eine 3-monatige Ausbildung besser als das, was viele Securitydienste bieten.

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  2. Das Problem war mir tatsächlich bisher nicht bewusst. Obwohl es bei nähere Betrachtung eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Religiöse Intoleranz ist ja durchaus einer der Gründe für die verschiedenen Bürgerkriege im Nahen Osten.

    Wie damit umgehen?
    Obwohl ich ein toleranter Mensch bin, muss ich meine Wut über derartige Vorkommnisse immer mühsam im Zaum halten. Was irgendjemand glaubt, ist seine Privatsache, und ein Muslim, der einen Christen aufgrund seines Glaubens angreift, steht auf der gleichen Stufe, wie ein Nazi der einen Muslim aufgrund seiner Herkunft angreift. So etwas ist einfach nicht tolerierbar.
    Für mich wäre ein solcher Angriff Grund genug, das Verhältnis der Angreifer zum Deutschen Grundgesetz als problematisch zu betrachten.
    Ich bin kein Jurist, daher kann ich leider auch nicht sagen, welche Konsequenzen für die Täter daraus abzuleiten wären. Prinzipiell denke ich, dass für die Täter daraus (wie auch immer bemessene) Minuspunkte für die Gewährung von Asyl erwachsen sollten.
    Deutsches Sicherheitspersonal, dass sich an solchen Übergriffen nachweislich beteiligt hat, muss sofort entlassen werden.

    Also: Null-Toleranz gegenüber Intoleranz.

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  3. @ gleichheitunddifferenz

    „Mich interessiert eure Meinung: Wie soll mit dem Problem umgegangen werden?“

    Der naheliegendste Lösungsansatz wäre wohl, wenn zukünftig konsequent darauf geachtet würde, Flüchtlinge stets so weit wie möglich nach Religionsgruppen getrennt unterzubringen. Das hieße also:

    – Schnelle Registrierung der Religionszugehörigkeit bei jedem Flüchtling.
    – So weit wie möglich Verteilung von Flüchtlingen auf Flüchtlingsheime nach Religionszugehörigkeit. Dies sollte gelten bezüglich Muslimen und Nicht-Muslimen aber idealerweise auch bezüglich muslimischer Konfessionen untereinander, weil ja auch unter diesen z.T. Konflikte ausbrechen können.
    Insoweit bekannt ist, dass es auch zwischen Mitgliedern bestimmter Ethnien häufiger zu Konflikten kommt, sollte auch diesbezüglich auf getrennte Unterbringung geachtet werden.
    Außerdem sollte auch versucht werden, allein-eingereiste Frauen, allein-eingereiste Männer sowie eingereiste Familien getrennt unterzubringen, um das Risiko sexueller Übergriffe zu minimieren.
    Diesbezüglich wären also Logistik-Experten zu beauftragen, eine bestmögliche Lösung in jeder Region zu erabeiten, die dann schnellstmöglich umgesetzt wird.
    – Des Weiteren sollte vermieden werden, dass muslimisches Wachpersonal bei nicht-muslimischen Flüchtlingen eingesetzt wird.

    Soviel zu den m.E. wünschenswerten kurzfristigen Maßnahmen hierzu.

    – Des Weiteren wäre es wichtig, dass die Medien jede Tendenz zur medialen Vertuschung von Kriminalität seitens Flüchtlingen und Migranten aufgeben und dass die kriminologische Forschung Flüchtlings- und Migrantenkriminalität hinsichtlich Formen, Verbreitung und Ursachen bei den verschiedenen Gruppen objektiv erforscht und darstellt. Nur so können wirksame Präventions- und Gegenmaßnahmen bezüglich Kriminalität seitens Flüchtlingen und Migranten getroffen werden und außerdem liefern fundierte Informationen über die Kriminalität bei Flüchtlings- und Migrantengruppen auch Informationen über deren jeweiligen Integrationsstand.
    Ein m.E. interessanter Artikel zu diesem Thema (verfasst von einem neo-marxistischen Sozialwissenschaftler) findet sich hier:

    http://www.gam-online.de/Bilder/02-2016%20Migranten%20und%20Fl%C3%BCchtlinge%20als%20Straft%C3%A4ter.pdf

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    1. Hallo Leszek,

      ich sehe da halt das Problem der Separierung. Die intoleranten Menschen lernen so wahrscheinlich nie, dass es auch andere Menschen gibt als sie.

      Andererseits kann man aber auch nicht erwarten, dass sie „Toleranzunterricht“ auf dem Rücken von Christen, Yeziden, Mandäern und Bahai erhalten. Aber ein konsequentes Durchgreifen scheint mir, kurz- und langfristig gesehen, doch noch vielversprechender. Aber, wie gesagt, einige der Menschen, mit denen ich gesprochen habe, wünschten sich, separiert zu werden und ich kann das völlig nachvollziehen.

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      1. @ Margret, @ Leszek

        Da sehe ich ein Problem. Es würde zu Ghettoisierung und Parallelgesellschaften führen. Wie soll da Integration funktionieren?

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      2. @ gleichheitunddifferenz

        „ich sehe da halt das Problem der Separierung. Die intoleranten Menschen lernen so wahrscheinlich nie, dass es auch andere Menschen gibt als sie.“

        Das ist eben ein Zielkonfikt, wie sie häufiger bei sozialen Problemen auftreten. Ich persönlich würde aber sagen, dass der Schutz der körperlichen und seelischen Unversehrtheit von Menschen hier Vorrang haben sollte.

        Separierung ist m.E. bei solchen Flüchtlingsgruppen sinnvoll, wo es erfahrungsgemäß häufiger zu Konflikten, Bedrohungen, Gewalttaten etc. zwischen Mitgliedern dieser Flüchtlingsgruppen kommt.

        Wo dies nicht der Fall ist, ist eine Separierung nicht notwendig. Falls es z.B. so wäre, dass Yeziden und Christen fast immer einigermaßen gut miteinander auskämen (ich habe dies jetzt allerdings nicht nachgeprüft), gäbe es keinen Grund für eine Separierung. Falls es zwischen ihnen häufig größere Konflikte gäbe, schon.

        Bezüglich Muslimen und anderen Religionsgruppen ist eine Separierung im Allgemeinen m.E. sinnvoll, da bei orthodox-konservativ sozialisierten Muslimen die Toleranz gegenüber Andersdenkenden leider im Schnitt geringer ist als bei manchen anderen Religionsgruppen. Daher könnte auch eine Separierung muslimischer Konfessionnen untereinander sinnvoll sein, insofern dort signifikantes Konfliktpotential besteht.

        Ich denke, man sollte solche Probleme möglichst illusionslos angehen. Die Flüchtlinge/Migranten bringen die durch die jeweiligen Sozialisationsbedingungen in den spezifischen sozialen Kontexten in ihren Herkunftsländern geprägten Mentalitäten – und eben auch das entsprechende Konfliktpotential, dass mit diesen Mentalitäten einhergeht – mit nach Deutschland.

        Der orthodox-konservative Islam produziert durch die ihm eigentümlichen autoritären Sozialisationsformen ein im Schnitt höheres Maß an intoleranten Einstellungen als manche andere Religionen. Dazu kommt, dass zur orthodox-konservativ-islamischen Sozialisation ein archaisches Verständnis von Ehre gehört, deren Verteidigung nach außen den Männern zugewiesen wird. In konservativ-islamischen Kontexten wird von Männern oft erwartet auf vermeintliche „Ehrverletzungen“ mit aggressiver Selbstbehauptung zu reagieren.
        Während es als ein Ziel der westlich-modernen Sozialisation gilt Impulskontrolle im Umgang mit Konflikten und Aggressionen zu erlernen, besteht in vielen konservativ-islamischen Kontexten diesbezüglich eine andere Erwartungshaltung: der Ausdruck von Wut und Aggression zum Zwecke der Selbstbehauptung schon bei aus westlich-moderner Sicht trivialen Anlässen ist dort weitaus akzeptierter.

        Kommen jetzt noch beengte Räumlichkeiten hinzu, stellt man in Rechnung, dass es sich bei einem größeren Teil der muslimischen Flüchtlinge um junge Männer handelt, dass diese den Tag über wenig zu tun haben, die Situation, die sie in Deutschland vorfinden z.T. ursprünglichen unrealistischen positiven Erwartungen widerspricht und die Identität der eigenen Bezugsgruppe Selbstwert und Sicherheit vermittelt, dann ist es im Zusammenspiel mit der sozialisatorisch geprägten im Schnitt größeren Intoleranz, der traditionell-islamischen Überlegenheitsideologie und dem für moderne Gesellschaften dysfunktionalen Verhältnis zur Aggression wenig verwunderlich, dass von Muslimen im Schnitt mehr aggresive Verhaltensweisen in Flüchtlingsheimen ausgehen als von anderen Gruppen.

        Vor diesem Hintergrund scheint es mir rational und wünschenswert, die Mitglieder anderer Religionsgruppen vor intoleranten und aggressiven Mitgliedern muslimischer Flüchtlingsgruppen durch Separierung zu schützen als auch miteinander im Konflikt liegende muslimische Gruppen untereinander zu separieren, so dass ein Maxiumum an Sicherheit für alle gewährleistet ist.
        Wenn man schon eine unkontrollierte Masseneinwanderung von Muslimen zulässt (und z.T. noch forciert) anstatt die Flüchtlingslager in islamischen Ländern ausreichend finanziell zu unterstützen, so dass in diesen ein menschenwürdiges Leben möglich ist und nur solche Muslime in Deutschland aufzunehmen, deren Mentalität mit einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft weitgehend kompatibel ist, dann hat man m.E. wenigstens die moralische Verpflichtung dafür zu sorgen, dass sich Mitglieder aller Flüchtlingsgruppen in Flüchtlingsheimen so sicher wie möglich fühlen können.

        „Aber ein konsequentes Durchgreifen scheint mir, kurz- und langfristig gesehen, doch noch vielversprechender.“

        Dieser Lösungsansatz benötigt allerdings kompetentes Sicherheitspersonal und zwar je nach Kontext relativ viel und dauerhaft (und kostet natürlich auch Geld). Stellt sich also erstmal die Frage: Gibt es aktuell genügend solches Personal, auf das man zurückgreifen könnte? Falls nein, bis wann könnte man realistischerweise genügend Personen dafür angeworben und ausgebildet haben?

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      3. „ich sehe da halt das Problem der Separierung. Die intoleranten Menschen lernen so wahrscheinlich nie, dass es auch andere Menschen gibt als sie.“

        Warum sollen (normativ) sie das in Flüchtlingsheimen lernen? Und warum sollte man „intoleranten“ (die Definition ist ausschlaggebend) Menschen Asyl gewähren?

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      4. 2 Dinge dazu. 1. wenn man nur begrenzt „Asylplätze“ zur Verfügung stellt – und dazu gibt es keine Ausnahme – ist es naheliegend, nach Wahrscheinlichkeit auszuwählen. Wahrscheinlichkeit der Bedürftigkeit, der Fähigkeit, der Kompatibilität (inkl. Toleranz). 2. Als repressive Maßnahme – ergänzend beruhend auf begrenzten Asylplätzen – die Ablehnung von nachgewiesen „intoleranten“ Bewerbern/Inhabern. Zu beidem sei gesagt, dass man Unbehagen empfinden sollte, wenn man staatlich nach Weltanschauung/Ideologie selektiert. Skepsis bedeutet nicht notwendig Ablehnung des Konzepts.

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      5. Ich habe keinen. Erfolgreiche Integration lässt sich aber nicht innerhalb weniger Wochen herzaubern. Das ist eine Herausforderung, die sich über Generationen zieht. Und das wird nicht leichter, wenn man einzelne Gruppen separiert. Im Gegenteil.
        Ein konsequentes Durchgreifen der Gesetzgebung scheint mir da auch unverzichtbar.

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      6. Schon. Aber, ich wiederhole mich, man kann ja kein „Toleranztraining“ auf Kosten schwer traumatisierter Minderheiten durchführen. Dann müssen das eben Deutsche erledigen. Aber wie soll ein afghanischer Chrsit, der in Afghanistan gefoltert wurde, mühsamst nach Europa geflohen ist, auf dem Fluchtweg bereits mehrfach wegen seiner Religion dem Tode nahe war, das noch aushalten? Das ist unmenschlich.

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      7. „2 Dinge dazu. 1. wenn man nur begrenzt „Asylplätze“ zur Verfügung stellt – und dazu gibt es keine Ausnahme – ist es naheliegend, nach Wahrscheinlichkeit auszuwählen. Wahrscheinlichkeit der Bedürftigkeit, der Fähigkeit, der Kompatibilität (inkl. Toleranz).“

        Was denn jetzt eine „Begrenzung“ ist ist schon sehr relativ, was du mit „und dazu gibt es keine Ausnahme“ meinst, verstehe ich nicht.

        Ansonsten sollte man anmerken, dass das ja gerade nicht die Grundidee des Asylrechts ist. Kompatibilität (was auch immer das ist) darf da erstmal keine Rolle spielen. Was du meinst ist ein Einwanderungsgesetz. Für Asyl ist immer nur der Bedarf entscheidend.

        Praktisch stimmt es natürlich, dass ein nicht unwesentlicher Anteil der Asylanten dann auch langfristig anstreben wird in Deutschland zu bleiben. Prinzipiell ist das aber eine andere Baustelle (Migration eben).

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    2. Den Ansatz finde ich schwierig. Es ist wahrscheinlich die pragmatischste Lösung, ja. Aus idealistischer Sicht heraus sträuben sich da bei mir aber alle Haare.

      Das Problem dabei ist, dass so eigentlich nur Probleme von Heute auf Probleme von Morgen verlagert werden. Der Ansatz wäre ok, wenn gleichzeitig intensive Betreuung dafür sorgen würde, dass die dann isolierten Muslime nicht immer radikaler in ihrer Einstellung werden.

      In der Praxis wird es aber so sein, dass, sobald die Separierung umgesetzt ist, das Problem als „gelöst“ betrachtet wird und kein zweiter Gedanke daran verschwendet. Und dann wundert man sich in ein paar Jahren wenn man Situationen wie in Malmö hat. (http://www.welt.de/politik/article13853559/Malmoe-verdraengt-sein-neues-Antisemitismus-Problem.html)

      Dem letzten Teil stimme ich absolut zu. Wären die Medien und die Politik von Anfang an offener mit Einwanderungsproblemen umgegangen, statt sie einfach totzuschweigen wäre die AFD vielleicht nie so stark geworden.

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      1. „Das Problem dabei ist, dass so eigentlich nur Probleme von Heute auf Probleme von Morgen verlagert werden. Der Ansatz wäre ok, wenn gleichzeitig intensive Betreuung dafür sorgen würde, dass die dann isolierten Muslime nicht immer radikaler in ihrer Einstellung werden.“

        Ja. Das wäre dringend erforderlich.

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  4. Hallo Hasilein,

    ich hab echt keine Zeit mehr. Mea Culpa.

    Mal zum Thema. Viele Flüchtlinge kommen aus Ländern, in denen Verfolgung con Christen Alltag ist. Und natürlich nehmen die ihre Probleme mit, wenn sie in ein anderes Land kommen. Es wäre naiv zu glauben, die würden sich hier an unsere Gesetze halten. Kulturelle Prägungen kann man nicht an der Grenze ablegen. Die Politik interessiert sich auch nicht für solche Probleme, die werden nix tun, höchstens fromme Reden schwingen. Im Grunde kann man den Christen nur sagen; Pech gehabt. Haltet ihnen die andere Backe hin und freut euch auf das Paradies,

    Oder es kommt endlich mal an, das mit Moslems eben nur Probleme kommen, will man diese Probleme nicht, dann muss man eben den Islam aufhalten

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    1. „ich hab echt keine Zeit mehr. Mea Culpa.“

      Macht doch nichts. Solange der laden läuft :-).

      „Oder es kommt endlich mal an, das mit Moslems eben nur Probleme kommen, will man diese Probleme nicht, dann muss man eben den Islam aufhalten“.

      Das ist mir jetzt aber deutlich zu pauschal. Iranische Muslime sind meistens äußerst gut integriert. Auch viele ältere Iraker. Viele Syrer ja durchaus auch. Nur „orthodoxe“ Muslime sind oft problematisch, gerade auch, wenn ein Mangel an Bildung hinzukommt. Vor allem die whabitischer Prägung. Da wir Saudi-Arabien leider sehr hofieren und mit ausreichend Finanzmitteln versorgen, hat sich deren Islamauslegung in den letzten Jahrzehnten weit verbreitet.

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    2. „Oder es kommt endlich mal an, das mit Moslems eben nur Probleme kommen, will man diese Probleme nicht, dann muss man eben den Islam aufhalten“

      Das ist gerade so eine pauschale Aussage, die dazu führt, dass man keine rationale Diskussion über das Thema führen kann.

      Ja, der Islam bringt einige Probleme mit sich. Und ja, eine signifikante Anzahl der Moslems wird Probleme bei der Integration mit sich bringen.

      Die Aussage „dann muss man eben den Islam aufhalten“ hilft dabei aber nicht weiter. Denn wie willst du das denn machen? Grenzen dicht und alle deportieren? Das ist schlicht unrealistisch, populistisch und menschenfeindlich. Insbesondere, da man dadurch alle Flüchtlinge in Sippenhaft nimmt.

      Die größten Unruhestifter sind übrigens meines Wissens meistens Iraker, Afghanen oder Nordafrikaner. Syrer sind da selten dabei. Sollte man also alle Syrer nach Hause schicken, weil die Afghanen Stunk machen?

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  5. Ach Hasilein,

    ich habe mich sehr lange und intensiv mit Christentum, Judentum und Islam beschäftigt und ich habe für keine dieser Religionen mehr Hoffnung. Sie wollen alle Recht haben und stellen ihren jeweiligen Gott über alle Gesetze und über andere Menschen. Natürlich gibt es immer wieder Einzelne Anhänger, die sich liberal verhalten. Aber die erkennst du nicht, oder eben nur, wenn du sie persönlich kennen lernst. Als anonyme Masse machen sie Probleme und zwar die, die du in deinem Text beschrieben hast. Schau dir die islamische Welt an. Was gibt es dort Gutes? Was soll denn der Islam den Menschen bringen? Ich will diesen Faschismus nicht hier haben. Sollen die, die vor diesem Wahnsinn flüchten, doch bitte ihre Religion, die daran schuld hat, nicht ins Land bringen.
    Und mit den Saudis würde ich keine Geschäfte machen, da hast du Recht. Aber wir haben da nix zu melden…

    Gruß aus dem schönsten Ort der Welt….

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  6. Zwar kann man kulturelle Prägungen nicht an der Grenze ablegen, aber es wäre machbar, gleich beim Empfang in einer Unterkunft ein Papier in den erforderlichen Sprachen lesen und unterzeichnen zu lassen, das:

    -> über die Basics des Zusammenlebens in DE und in der Unterkunft informiert: Religionsfreiheit, Toleranz, Gleichberechtigung der Geschlechter, Gewaltverzicht
    -> das auch konkrete Handlungen beschreibt, die ein NoGo sind, damit das nicht so abstrakt bleibt
    -> evtl. auch zur Mitarbeit in der Selbstorganisation der Unterkunft verpflichtet.

    Wenn jemand das unterschreibt, kann man jedenfalls bei Verstößen von einem klaren Unrechtsbewusstsein ausgehen. Mag sein, dass sich diejenigen kulturell/religiös noch immer im Recht wähnen, aber sie WISSEN dann, dass sie hier zu Bedingungen aufgenommen wurden, die nun mal einzuhalten sind. Schließlich wollten sie nach Deutschland und nicht in einen arabischen Nachbarstaat.

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    1. @ ClaudiaBerlin

      „Zwar kann man kulturelle Prägungen nicht an der Grenze ablegen, aber es wäre machbar, gleich beim Empfang in einer Unterkunft ein Papier in den erforderlichen Sprachen lesen und unterzeichnen zu lassen, das: (…)“

      Das wäre sicherlich eine gute Sache.

      Auch interessant in diesem Zusammenhang ist der Rechtsbildungsunterricht für Flüchtlinge, den es in mehreren Städten in Bayern und Rheinland-Pfalz gibt:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsbildungsunterricht_f%C3%BCr_Fl%C3%BCchtlinge

      http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/sehnsuchtsort-deutschland-der-rechtsbildungsunterricht-14054418.html

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  7. Oder es kommt endlich mal an, das mit Moslems eben nur Probleme kommen, will man diese Probleme nicht, dann muss man eben den Islam aufhalten

    Ich finde, diese Sichtweise ist genau die falsche. Pauschale Urteile sind zwar populär aber aus meiner Sicht nicht dazu geeignet, uns weiterzubringen. Ich habe, was diese spezielle Frage anlangt, zwar auch eine kritische Haltung und habe darüber ebenfalls gebloggt. Aber dabei geht es nie um die Feststellung, dass „Muslime nur Probleme“ machen.

    Die Frage, Flüchtlinge separat nach Religionszugehörigkeit oder Ethnien unterzubringen, wurde aus meiner Sicht schon ausgiebig diskutiert. Neben praktischen Gründen, die dagegen sprechen, wäre dies vermutlich wirklich kontraproduktiv. Wir möchten, dass alle Menschen hier nach unseren Gesetzen und Regeln zusammenleben. Daran muss mit aller Konsequenz gearbeitet werden. IMHO gehört dazu, dass wir diesen Gesetzen und Regeln Geltung verschaffen müssen. Strenge Bestrafungen und Ausweisungen von Gewalttätern (ich nenne sie Terroristen) gehört unbedingt dazu.

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    1. Ich sehe da eben das Problem, dass eine gemeinsame Unterbringung dazu führt, dass intolerante Menschen ein „Toleranztarining“ auf dem Rücken von ohnehin schon schwer traumtisierten Minderheiten absolvieren sollen. Es wäre dann eher denkbar, dass diese Personen tatsächlich ein „Toleranztraining“ absolvieren müssen z. B. mit deutschen Freiwilligen, die sicher mehr aushalten, als ein traumatisierter afghanischer Christ oder ein ebenso verfolgter irakischer Yezide.

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      1. Klingt jetzt komisch im Vergleich mit meinen Bedenken oben, aber da erst vergangene Woche ein gestandener Mann, nigerianischer Christ, der in unsere Gemeinde geht, in Tränen ausgebrochen ist, hat sich meine Sicht da etwas gewandelt. Ich weiß nicht mehr, wie man es ihnen zumuten soll, das auzuhalten.

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      1. @Mika: Ach ja, „auf Fakten aufgebaut“ und dann auf die „Achse des Guten“ verlinken. Muss man da etwas hinzufügen?

        @Leszek: Ja, die Forderung nach besserem Durchgreifen statt Umverteilung ist reine Gesinnungsethik. Aber darum ging es hier ja. 🙂

        Wie oben schon erwähnt, ist dein Vorschlag die pragmatische Lösung, nicht aus dem Grund, dass alles andere nicht umsetzbar wäre sondern deswegen weil es nicht umgesetzt wird (das würde ja Geld kosten!).

        Inwiefern die toleranzfördernden Maßnahmen (die ich ja auch begrüßen würde, aber auch nicht umgesetzt werden, da aufwändig und teuer) mehr helfen würden als Kontakt zu den Anderen inklusive Aussortierung der gewalttätigsten Muslime ist schwer zu beurteilen und reine Spekulation.

        Wenn man sich Intoleranz unter Deutschen ansieht, dann stellt man allerdings fest, dass Aufklärungsprogramme eher wenig helfen, dafür die Intoleranz bei denjenigen besonders niedrig ist, die besonders viel Kontakt mit der entsprechenden Personengruppe (z.B. Ausländer) haben.

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  8. @ Onyx

    „Ich habe keinen. Erfolgreiche Integration lässt sich aber nicht innerhalb weniger Wochen herzaubern. Das ist eine Herausforderung, die sich über Generationen zieht. Und das wird nicht leichter, wenn man einzelne Gruppen separiert. Im Gegenteil. Ein konsequentes Durchgreifen der Gesetzgebung scheint mir da auch unverzichtbar.“

    @ Cero

    „Den Ansatz finde ich schwierig. Es ist wahrscheinlich die pragmatischste Lösung, ja. Aus idealistischer Sicht heraus sträuben sich da bei mir aber alle Haare. Das Problem dabei ist, dass so eigentlich nur Probleme von Heute auf Probleme von Morgen verlagert werden. Der Ansatz wäre ok, wenn gleichzeitig intensive Betreuung dafür sorgen würde, dass die dann isolierten Muslime nicht immer radikaler in ihrer Einstellung werden. In der Praxis wird es aber so sein, dass, sobald die Separierung umgesetzt ist, das Problem als „gelöst“ betrachtet wird und kein zweiter Gedanke daran verschwendet.“

    @ Horst Schulte

    „Die Frage, Flüchtlinge separat nach Religionszugehörigkeit oder Ethnien unterzubringen, wurde aus meiner Sicht schon ausgiebig diskutiert. Neben praktischen Gründen, die dagegen sprechen, wäre dies vermutlich wirklich kontraproduktiv. Wir möchten, dass alle Menschen hier nach unseren Gesetzen und Regeln zusammenleben. Daran muss mit aller Konsequenz gearbeitet werden. IMHO gehört dazu, dass wir diesen Gesetzen und Regeln Geltung verschaffen müssen. Strenge Bestrafungen und Ausweisungen von Gewalttätern (ich nenne sie Terroristen) gehört unbedingt dazu.“

    Alles nachvollziehbar, was ihr sagt.
    Aber ist es auch realistisch umsetzbar und wenn ja bis wann?

    Da die Polizei die Überwachung der Flüchtlingsheime aus Überlastung sicherlich nicht bewältigen kann, bräuchte es also zusätzliches weiteres Sicherheitspersonal.
    Dieses Sicherheitspersonal müsste unter Anderem folgende Kompetenzen aufweisen:

    – Es muss unparteiisch sein. Also nicht wie jene muslimischen Personen unter den aktuellen Wachleuten, die bei Konflikten wegschauen oder sich im Extremfall sogar selbst an Schikanen gegenüber Andersgläubigen beteiligen. Das Sicherheitspersonal darf aber selbstverständlich auch keine pauschale Abneigung gegenüber Muslimen haben. Es sollte idealerweise dazu in der Lage sein darauf hin zu wirken Konflikte zu reduzieren, zu deeskalieren oder mit soviel Zwang wie nötig zu beenden.
    – Das Sicherheitspersonal muss interkulturelle Kompetenz aufweisen, also mit spezifischen Eigenarten der Flüchtlingsgruppen zumindest etwas vertraut sein und angemessen auf diese Eigenarten reagieren.
    – Es muss darauf geschult sein, darauf zu achten, wo Konflikte entstehen und möglichst bevor diese eskalieren auf konflikt-deeskalierende Weise eingreifen.
    – Im Falle von Konflikten, die bereits eskaliert sind, z.B. Schlägereien, wäre es ideal, wenn das Sicherheitspersonal dazu in der Lage wäre zu intervenieren und diese zu beenden.

    Und solches Sicherheitspersonal braucht es viel, schnell und dauerhaft.

    Cero hat oben einen interessanten Artikel gepostet, in dem es um die Ausbildung von Sicherheitspersonal in Sachsen in Crash-Kursen von 3 Monaten geht:

    http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/Saechsische-Wachpolizei-formiert-sich-und-bleibt-umstritten-artikel9423887.php

    Ich kann nicht beurteilen, ob die Ausbildungsdauer von 3 Monaten im Hinblick auf die erforderlichen Kompetenzen ausreichend ist, aber es hört sich m.E. erstmal nicht schlecht an. Wobei man bei dieser Ausbildungsdauer aber natürlich keine vertieften Kompetenzen erwarten kann und wohl auch nicht erwarten kann, dass die Sicherheitsleute dazu in der Lage sind bei Massenschlägereien zu intervenieren.

    Würde man jetzt sofort ein bundesweites Ausbildungsprojekt dieser Art in die Wege leiten, dann würde es also mindestens zwischen 3 und 4 Monaten dauern, bis entsprechendes Personal zur Verfügung stünde, immer vorausgesetzt, dass sich überall ausreichend Bewerber finden.
    Das hieße also, dass man denjenigen Flüchtlingen, die aktuell in Flüchtlingsheimen Schikanen, Drohungen oder Gewalt ausgesetzt sind, quasi vermitteln würde: Noch ca. 4 Monate müsst ihr aushalten. Und das wäre eben der Fall, wenn man sofort bundesweit das Ganze in die Wege leiten würde. Geschieht dies nicht sofort, müssen die Leute entsprechend länger in dieser Situation verharren.
    Stellt sich also die Frage: Wie lange ist es vertretbar, die betroffenen Leute warten zu lassen, bis Sicherheit weitgehend gewährleistet ist. Sind 3 – 4 Monate vertretbar? Auch 6 Monate und mehr?
    So nachvollziehbar es ist, dass statt einer Umverteilung ein konsequentes Durchgreifen gewünscht wird, so muss man sich m.E. aber auch Gedanken darüber machen, ab wann diese Forderung im Hinblick auf die konkrete Situation der betroffenen Flüchtlinge zur reinen Gesinnungsethik wird.

    Eine weitere Frage, die sich hier stellt, ist, ob das Ziel des Lernens von mehr Toleranz und der Förderung von Integration bei solchen Personen, die intolerant und aggressiv sind, durch mehr Sicherheitspersonal tatsächlich erreicht werden kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Mehrheit dieser Personen, auch wenn sie sich dann hinsichtlich aggressiver Verhaltensweisen zurückhalten müssen, trotzdem in den eigenen Zirkeln verbleibt und sich an ihren Einstellungen nichts Wesentliches ändert, scheint mir nicht gerade gering. Wären hier nicht gezielte pädagogische Maßnahmen zur Toleranz- und Integrationsförderung die angemessenere Option?

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    1. „Das hieße also, dass man denjenigen Flüchtlingen, die aktuell in Flüchtlingsheimen Schikanen, Drohungen oder Gewalt ausgesetzt sind, quasi vermitteln würde: Noch ca. 4 Monate müsst ihr aushalten. Und das wäre eben der Fall, wenn man sofort bundesweit das Ganze in die Wege leiten würde. Geschieht dies nicht sofort, müssen die Leute entsprechend länger in dieser Situation verharren.
      Stellt sich also die Frage: Wie lange ist es vertretbar, die betroffenen Leute warten zu lassen, bis Sicherheit weitgehend gewährleistet ist. Sind 3 – 4 Monate vertretbar? Auch 6 Monate und mehr?“

      Wobei sich mir der Eindruck aufdrängt, dass eben dies sowieso der Fall sein wird. Den Willen zur Veränderung kann ich kaum erkennen. Vermutlich hofft man, dass man es mit aussitzen (auf dem Rücken der Betroffenen) schon hinbekommt.

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      1. @ gleichheitunddifferenz

        „Wobei sich mir der Eindruck aufdrängt, dass eben dies sowieso der Fall sein wird. Den Willen zur Veränderung kann ich kaum erkennen. Vermutlich hofft man, dass man es mit aussitzen (auf dem Rücken der Betroffenen) schon hinbekommt.“

        Das wäre sehr bedauerlich, würde mich aber nicht wundern. Politiker handeln vor allem dann, wenn ihre eigenen Interessen betroffen sind, wenn ausreichend Druck aus der Bevölkerung kommt oder wenn sie entsprechende Aufträge von ihren großkapitalistischen Geldgebern erhalten.

        Falls der politische Wille hier etwas zu unternehmen tatsächlich fehlt, würde ich von Schikanen, Drohungen und Gewalt betroffenen Mitgliedern von religiösen Gruppen vermutlich empfehlen zu versuchen bei ihren jeweiligen religiösen Gemeinschaften in Deutschland Schutz zu suchen. Die entsprechenden religiösen Gemeinschaften in Deutschland könnten dann auch als Sprecher und Vertreter der Anliegen betroffener Flüchtlinge agieren.

        In solchen Bundesländern oder Städten, in denen eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in Privatwohnungen rechtlich möglich ist,

        https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCchtlingsunterkunft_%28Deutschland%29#Private_Unterbringung

        hätten die Mitglieder in Deutschland bestehender religiöser Gemeinschaften auch die Möglichkeit legal privaten Wohnraum für betroffene Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

        Wo dies rechtlich noch nicht möglich ist, könnten die entsprechenden religiösen Gemeinschaften sich entscheiden zivilen Ungehorsam zu praktizieren und ihren Glaubensbrüdern und -schwestern trotzdem versuchen Schutz zu bieten und sie im Rahmen ihrer religiösen Gemeinden unterzubringen.
        Dadurch würde dann auch Druck auf die Politik erzeugt.

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      2. „Die entsprechenden religiösen Gemeinschaften in Deutschland könnten dann auch als Sprecher und Vertreter der Anliegen betroffener Flüchtlinge agieren. “

        Ich sehe da bei den Vertretern der beiden großen christlichen Religionsgemeinschaften (Konfessionen), der römisch-katholischen sowie der evangelisch-lutherischen, überraschend wenig Willen zum Engagement. Einzig Kardinal Woelki hat das Problem in letzter Zeit thematisiert. Ich glaube, man hat zuviel Angst, sich die Finger zu verbrennen und lässt dafür sogar die eigenen Brüder und Schwestern im Stich. Das betrifft nicht nur das im Artikel thematisierte Problem, sondern die furchtbare Lage orientalischer und pakistanischer Christen generell (von anderen Minderheiten ganz zu schweigen, einzig die Yeziden sind halbwegs groß genug, um eine Stimme zu haben). Für mich war es symptomatisch, dass der Papst den sich ihm auf Lesbos verzweifelt zu Füßen werfenden pakistanischen Christen mit ein paar oberflächlichen Tröstworten alleine zurückgelassen hat.

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  9. OT. I suggest Benenson, Warriors and Worriors, Oxford UP. Her theory explains (84 pp.) that men don’t so much mind homoerotic behavior, but effeminate behavior. (This is something you have observed.) And that’s because they select and judge men based on their abilities to contribute to a group of male fighters (– with references to Greece and Rome). The power of that male group determined the larger society’s survival. That was essential far into the 20st century, and will likely show itself to be so again.

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      1. In freier Übersetzung:

        „Weil Männlichkeit durch Kriegsführung definiert zu sein scheint, könnte Homosexualität in Ordnung sein, so lange sie nicht mit der Rolle von Männern in Konflikt gerät, Feinde zu bekämpfen. Viele Homosexuelle sind exzellente Krieger. Zum Beispiel wird von Caesar geglaubt, dass er viele homosexuelle Liebhaber hatte, er war aber ein hervorragender General, also hat das niemanden gestört.“

        Plausible Grundannahmen, im Buch mit Nachweisen (Frauen beenden mehr Freundschaften; sind von geringeren Verfehlungen stärker verletzt; ihr Wettbewerb [untereinander] ist verdeckt, unter Männern offen; Männer entwickeln Spiele mit [Interesse an] komplexen Regeln, und ihre Spiele untereinander sowie ihre Gruppen dauern länger/haben länger Bestand, …):

        (1) Männer sind weniger leicht beleidigt, besser in der Kooperation in großen Gruppen, besser in hierarchischen Systemen (Frauen egalitär), in Spezialisierung, und der Akzeptanz von Exzellenz. Sie geben der Aufgabe höheren Rang, als der Beziehung. Sie sind weniger empfindlich, sorgen sich weniger um ihre Gesundheit, und sind risikofreudiger. Soll heißen Männlichkeit (Psyche) ist besser geeignet für Kriegsführung (Konflikte zwischen Gruppen), was mit männlicher Physis korrespondiert.

        (2) Das Fortbestehen von Gruppen und deren Mitgliedern, sowie das Entstehen von Nachfahren ist (unter anderem) kritisch bedingt durch die Kriegsfähigkeit der Gruppe.

        Die Kriegsfähigkeit ist bedingt durch die Männlichkeit der Männer. Daher haben Männer ein Interesse daran, dass Männer männlich sind, gleichgültig ob sie dabei homosexuell oder heterosexuell sind. Wenn sich ein homosexueller Mann also wie ein Mädchen (oder die Karikatur eines Mädchens) benimmt, dürfte das unter diesem Gesichtspunkte alles andere als Begeisterung bei Männern auslösen.

        Deine (weibliche) Perspektive interessiert mich.

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      2. Nunja, an sich bin ich Gleichheitsfeministin und wesentliche Unterschiede zwischen Frau und Mann sehe ich daher allenfalls graduell und halte Aussagen zu „Männer sind so Frauen so“, für wesentlich zu kurz gegriffen. Allerdings beschäftigt mich das Thema „Männer und Krieg“ bzw. „Männer und aggressive Auseinandersetzungen“ schon länger. Zumal ich in letzter Zeit einige interessante Diskussionen mit Differenzfeministinnen dazu hatte.

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    1. Danke für den Link! Allerdings finde ich 1 Jahr auf Bewährung (und 1/2 Jahr U-Haft) schon sehr gnädig für jemanden, der nachweislich auf Wachleute und Reporter mit Eisenstangen losgegangen ist und eventuell sogar auf Polizisten.

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