„Sie Rassist“ – „Sie Heuchler“ oder auch „Ähm, Opferschutz?“

Stellen wir uns mal vor, an einem frühen Morgen findet Frau Müllermaier Herrn Huber von nebenan blutend auf der Straße. Sie sieht zwei andere Nachbarn von Haus C wegrennen und Herr Huber ruft mit schwacher Stimme „Hilfe, Sie haben mich geschlagen und ausgeraubt“. Frau Müllermaier läuft zu dem Opfer … und beginnt zu lamentieren „Wie furchtbar, das Ganze. Schrecklich – nun wird der blöde Herr Müller wieder auf die von Haus C schimpfen. Schrecklich, schrecklich, dieser Herr Müller.“

Herr Huber fasst ihren Fuß, aber sie tritt ihn weg und will wegschleichen. In diesem Augenblick kommt Herr Müller hinter der Tür hervorgeschossen, hinter der er die ganze Zeit gelauscht hat, rennt über den am Boden liegenden Herrn Huber hinweg und brüllt Frau Müllermaier nach: „Typisch wieder mal! Wenn die Täter von Haus C kommen, ist Ihnen das Opfer egal. Sie Heuchlerin! Letzte Woche, als Frau Gruber die Handtasche weggerissen wurde, haben Sie noch den Aufstand geprobt!“ Das lässt sich Frau Müllermaier nicht bieten und schreit zurück: „Wusst ich’s doch, dass Sie jede Gelegenheit nutzen, denen von Haus C eins auszuwischen, Sie widerwärtiger C-Feind!“ Zwischen ihnen am Boden verblutet langsam Herr Huber. Frau Müllermaier und Herr Müller brüllen sich gegenseitig Beleidigungen zu und beachten ihn nicht weiter.

So in etwa läuft derzeit die Debatte über die Vorkommnisse in Köln und Hamburg. Opferschutz? Ach egal! Hauptsache man kann den Meinungsgegner möglichst effektiv als „Rassist“ oder als „Heuchler“ bezeichnen. Was dafür der Anlass ist – fast schon einerlei. Dass da eine ganze Reihe Frauen und auch Männer vermutlich schwer traumatisiert wurde: Irgendwie Nebensache. Dass es sich tatsächlich um eine „neue Dimension von Gewalt“ handelt, weil die Straftaten aus einer riesigen Menschenmenge heraus und dort aus vielen großen Gruppen begangen wurden und Opfer.übereinstimmend beschrieben, das sie niemanden um Hilfe bitten konnten, weil die Umstehenden entweder selbst mit Verteidigung beschäftigt waren oder aber zu den Tätern gehörten oder zumindest mit ihnen sympathisierten, sie also wirklich völlig ausgeliefert waren – also, eigentlich … schlimm schon, aber es gibt Schlimmeres. Dass die Perspektive der Opfer Beachtung verdient, ihre Not, ihre Angst, ihr Schmerz: Hey, es gibt schließlich Wichtigeres zu tun!

Ich kann es den Frauen ziemlich nachfühlen. Als Jugendliche wurde ich selbst im Schwimmbad von einer Gruppe junger Männer (eher Jugendlicher) eingekreist, gegen die Wand gedrückt, unterm Badeanzug massiv betatscht und bei Gegenwehr geschlagen. Eingegriffen hat niemand. Ich erinnere mich noch an meine Angst, meine hilflose Wut, das Gefühl völligen Ausgeliefertseins. Seither (es kam dann noch zu ähnlichen Vorfällen, allerdings durch „nur mehr“ zwei bzw. einen Täter) kann ich Schwimmbäder nur noch mit Angst betreten, am liebsten aber nicht mehr oder nur mit „Kinderbegleitung“ (ein sehr effektiver Schutz). Und trotzdem war die Situation vermutlich „harmloser“ als die Situation in Köln und Hamburg, weil es nicht dutzende solcher Gruppen gab, kein Gedränge herrschte, so dass Flucht schließlich möglich war und die Täter nicht noch von gröhlenden Sympathisanten umgeben waren. Ich kann nur sagen: So etwas ist absolut grauenhaft, es verdient Beachtung, den Opfern muss unbedingt geholfen werden. Mit sinnlosen Grabenkämpfen hilft aber niemand. Das ist eher noch ein Schlag ins Gesicht der Opfer.

Und zum Schluss noch ein paar Augenzeugenberichte, die die Perspektive der Opfer deutlich machen:

„Man sah, dass die Polizei nichts ausrichten konnte“

„Ich habe mich komplett ausgeliefert gefühlt“

„Kein Einsatzwagen verfügbar“

 

 

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29 Gedanken zu “„Sie Rassist“ – „Sie Heuchler“ oder auch „Ähm, Opferschutz?“

  1. Gerade diejenigen, die jetzt ganz plötzlich ihre Betroffenheit und Empörung bei sexueller Gewalt entdeckt haben, und gleichzeitig nicht müde werden, Frauen zu dissen, die das schon seit Jahren (!) auf den Tisch bringen, müssen sich den Vorwurf der Heuchelei schon gefallen lassen. Die Behauptung, Feministinnen seien angeblich so still gewesen zu den Kölner Übergriffen, weil es sich diesmal um eine Tätergruppe handelte, mit der man ja aus den PC-ideologischen gutmenschlinksgrünfeministischen Kreisen heraus angeblich grundsätzlich solidarisiert, ist doch völlig bescheuert. Sexuelle Gewalt war schon immer ein Problem und nicht erst jetzt, wo man auf ein paar Nordafrikaner zeigen kann. Das zu glauben, ist wahlweise naiv, bösartig, verlogen oder schlicht oportunistisch.
    Ich finde diese Pseudobetroffenheit und Scheinheiligkeit derer, denen das Thema bisher bestenfalls egal, oder aber gut genug war, um bescheuerte Sprüche über die Betroffenen zu machen (kelle & konsorten, in your stupid face!), einfach zum kotzen.

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    1. Ja, es war schon immer ein Problem. Aber das was da passiert ist, ist tatsächlich eine neue Dimension. Es ist der Zusammenbruch der staatlichen Ordnung an diesem Abend. Da wurden gleichzeitig wahrscheinlich 100erte Personen schwer traumatisiert. Und sich da auf Grabenkämpfe einzulassen, statt in erster Linie Mitgefühl für die Opfer zu zeigen, finde ich absolut fatal und einen Schlag ins Gesicht der Opfer. Übrigens finde ich schon, dass die Frage nach dem Kontext dieses Geschehens nicht unerheblich für die Präventionarbeit ist. In diesem einen Punkt gebe ich Kelle Recht, auch wenn ich ihre Intsrumentalsierung sonst absolut geschmacklos und widerlich finde und nicht den Eindruck habe, dass es ihr im Entfernstesten um die Opfer geht. Aber von Feministinnen hätte ich mir tatsächlich mehr Mitgefühl und Hilfe für die Opfer gewünscht und nicht ein Verhalten wie das von Frau Müllermaier oben. Die Opfer sollten im Mittelpunkt stehen und nicht irgendein Kampf mit dem Meinungsgegner. Wenn nahezu das Einzige, was ich von Feministinnen zu dem Thema lese, die Angst ist, nun könnte mehr Rassismus umgehen, finde ich das unglaublich unfair den Opfern gegenüber.

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      1. „Wenn nahezu das Einzige, was ich von Feministinnen zu dem Thema lese, die Angst ist, nun könnte mehr Rassismus umgehen, finde ich das unglaublich unfair den Opfern gegenüber.“

        Genau das sehe ich eben nicht so. Unglaublich unfair finde ich, dass die Opfer von Leuten instrumentalisiert werden, die bis dahin nur Spott und Häme für Opfer sexueller Gewalt, oder eben Leuten, die das thematisieren, übrig hatten. Gestern hieß es noch „mach doch die Bluse zu“ und „Frauen, die sich über angebliche sexuelle Gewalt beklagen, sind häßlich und wollen nur Aufmerksamkeit dafür, wie heiß und begehrt sie sind“, und heute heißt es von den gleichen Leuten plötzlich „böse Ausländer belästigen Frauen“. Sexuelle Gewalt ist weder ein Ausländer- noch ein Männerphänomen sondern ein Phänomen von Arschlöchern, die sexuelle Gewalt ausüben. Und das nicht erst seit Silvester. Komisch nur, dass es davor als hysterisch und lächerlich abgetan wurde.
        Wie ist das jetzt eigentlich: Wenn jetzt alle plötzlich so sensibilisiert sind, den Opfern sofort Glauben geschenkt wird und niemand mehr auf die Idee kommt, dass an sexuellen Übergriffen ja auch irgendwas provoziert und gewollt gewesen sein könnte, können wir dann mal ernsthaft über die Lücken im Sexualstrafrecht reden? Oder ist das dann schon wieder zu viel der Sensibilität ggü der Opfer?

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      2. Ich finde schon lange, dass man über Lücken um Sexualstrafrecht nachdenken sollte und nicht erst seit heute. Und ich finde es auch an sich legitim, auf die Doppelmoral bei Birgit Kelle und Co. hinzuweisen. Aber wesentlich, absolut wesentlich ist es, den Opfern beizustehen. Und ich glaube nicht, dass die sich nun in erster Linie um ihre „Instrumentalisierung“ Sorgen machen. Die brauchen Hilfe, Verständnis. Ganz konkret. So eine ausgelieferte Situation ist ein wirklich übles Erlebnis – und das ist sicher noch euphemistisch. Und ganz bestimmt hilft man ihnen nicht, wenn man nicht nicht einmal dazu in der Lage ist, sein Mitgefühl auszudrücken, wie viele Netzfeministinnen eben leider im Augenblick – zumindest konnte ich da wenig zu lesen. Da geht es in der Mehrzahl der Beiträge schon darum, wie furchtbar die Übergriffe wären. Und zwar furchtbar nicht deswegen, weil sie für die Opfer furchtbar sind, sondern furchtbar, weil man Rassismus befürchtet. Das ist wirklich, als würde man neben einem blutenden Opfer stehen und erst einmal eine halbe Stunde darüber lamentieren, wie schrecklich das ist, weil jetzt wieder irgendwer die Gruppe C verdächtigt. Das ist einfach völlig unangebracht.

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      3. „Ich finde schon lange, dass man über Lücken um Sexualstrafrecht nachdenken sollte und nicht erst seit heute. Und ich finde es auch an sich legitim, auf die Doppelmoral bei Birgit Kelle und Co. hinzuweisen. Aber wesentlich, absolut wesentlich ist es, den Opfern beizustehen. Und ich glaube nicht, dass die sich nun in erster Linie um ihre “Instrumentalisierung” Sorgen machen. Die brauchen Hilfe, Verständnis. Ganz konkret.“

        Ganz direkt und konkret sind erstmal Verfolgung der Täter und zeitnahe Therapieangebote uä notwendig und keine Debatten darüber, ob wir eine „Obergrenze“ brauchen. Und langfristig wäre die Überarbeitung der Gesetzeslücken natürlich auch eine ganz konkrete Hilfe, die auch potentiellen zukünftigen Opfern helfen würde. Viele Feministinnen plädieren schon lange dafür. Schauen wir einfach mal, ob die ganzen Neo-Betroffenen dann auch noch so eifrig dabei sind…

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      4. Ja. Aber es hilft den Frauen sicher gar nicht, wenn ihre Geschichte völlig untergeht in irgendwelchen Grabenkämpfen. Ich denke, dass die Gesetzeslücken in diesen Fällen nicht von Bedeutung sind, da ja eindeutig Gewalt im Spiel war und das auch noch aus einer Gruppe heraus, was ziemlich klar den Straftatbestand einer schweren sexuellen Nötigung erfüllt. In Tateinheit mit Diebstahl bzw. Raub. Schwierig ist hier wohl eher die eindeutige Ermittlung der Täter. Die Gesetzeslücken sind ja in Bezug auf Fälle vorhanden, in denen nicht direkt Gewalt im Spiel war, der Täter den Unwillen des Opfers aber eindeutig hätte erkennen können, z. B. weil es weinte, „nein“ sagte etc. Zudem in Bezug auf sog. „überafallsartige Vergewaltigungen“ in denen unmittelbare Gewaltanwendung aufgrund des Überraschungseffektes nicht nötig war. Und schließlich, weil es für quasi „einfaches“ Tatschen, also Berühren von Busen, Po und Schritt gegen den Willen des Opfers gar keinen Straftatbestand gibt. Wobei die selbstverständlich angegangen werden müssen und ich bin da auch nicht wirklich optimistisch in Bezug auf Unterstützung durch z. B. Frau Kelle. Aber tatsächlich ist das hier gar nicht so das Problem.

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    2. „Frauen zu dissen, die das schon seit Jahren (!) auf den Tisch bringen“

      Jo, es passiert ja auch mindestens einmal die Woche, dass sich Männer zusammentun um massenhaft Frauen abzuziehen…

      Ist natürlich Quark. Das Leben von Frauen in allen westlichen Ländern ist sicher und bequem. Ein Mann in der Öffentlichkeit hat ein vielfach höheres Risiko, das Opfer von Belästigung und Gewalt zu werden. Darüber können auch Skandalisierungen nicht hinwegtäuschen, die ausbrechen, wenn ein Mann einer Frau mal auf die offen freigelegten Brüste schaut.

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      1. Sag mal Margret, hast du für diverse Leute hier keinen Spamfilter oder sowas? Dein Blog soll ja auch eine Diskussionsgrundlage bieten, und doch gibt immer Kandidaten, die immer wieder die selben Kommentare runterleiern, einen Worte im Mund herumdrehen und sowieso nur rumtrollen wollen.

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      2. Hallo Stephi,

        einen Spamfilter gibt es nur für Links etc. Den Rest moderiere ich. Es gibt Kommentare, die an der Grenze sind, da überlege ich, ob ich sie veröffentliche. Prinzipiell möchte ich vielen Meinungen Raum lassen, deshalb veröffentliche ich tatsächlich sehr viel (es sei denn, jemand postet baugleich in X Blogs dasselbe, ohne Bezug zum Artikel oder beleidigt eben). Aber wenn du jetzt auf adrian anspielst: Ja, seine immer deutlicher frauenfeindlichen Beiträge finde ich zunehmend nervig. Jemand, der Vilar 1 zu 1 ernst nimmt, ist im Prinzip wie jemand, der Solanas 1 zu 1 ernstnimmt. Es ist die alte Frage: Wieviel Raum lasse ich menschenverachtenden Meinungen? Es ist ein Konflikt zwischen Meinungsfreiheit und dem Recht darauf, nicht beleidigt oder mit hasserfüllten Kommentaren bedacht zu werden.

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      3. Und das Leben von Männern in westlichen Ländern ist tagtäglich bedroht. In Mienen und an Hochöfen rackern sie sich tagtäglich ab, während ihnen zickige, sich die Fingernägel lackierende Vorarbeiterinnen an den Pimmel packen und sie in regelmäßigen Abständen mit der Neunschwänzigen peitschen, wenn sie nicht ordentlich schuften. Und das alles nur um ihren Frauen daheim ihre täglichen Shopping- und Kaffeekränzchen-Trips finanzieren zu können.

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      4. Es fügt sich wunderbar in den Gesamtkontext deiner Vilar-Vererhrung und „Frauen geht es viel zu gut“-Ideologie. Zumal Du mal wieder andeutest, es wäre „sicher und bequem“ im Vergleich zu Männern. Wahr wäre „das Leben einer vergleichsweise großen Zahl von Menschen in westlichen Staaten ist sicher und bequem“.

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  2. Ja @gleichheitunddifferenz Und deswegen sollten echte Feministinnen auch ganz schnell den richtigen Schluss ziehen. Es ist ein kulturelles Problem, keines das eines ganzen Geschlechts.

    So wie in Belgien wo man schon auf der Spur war: http://www.taz.de/!5087515/
    ” Da in der Tat „neun von zehn“ Männern, die sie vor der Kamera belästigt haben, ausländischer Herkunft seien, habe sie befürchtet, sich dem Rassismusvorwurf auszusetzen.”
    Aber nein, Rassistin ist keine. Weil es wird pauschal einfach allen Männern diese Verhaltensweise zugeordnet. Viel besser.

    Genau wie beim Sexismus-Experiment in New York wo die Frau ständig in 10 h belästigt wurde.
    Und dann wurde dieses in Berlin wiederholt und die Frau konnte fast unbehelligt stundenlang spazieren gehen.
    Aber das passte ja nicht zum Bild der “allgegenwärtigen sexualisierten Männergewalt” , nicht zum Bild des gefährlichen Mannes, daher wurde dieser Unterschied ignoriert.

    “Feministen” und “besorgte Bürger” geben sich die Hand. Beide finden “fremde Männer” problematisch. Nur die einen legen die Betonung auf “fremd” die anderen auf “männlich”. Rassisten sind sie beide. Die einen aufgrund der Abwertung von Herkunft, die anderen aufgrund von Geschlecht.

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    1. Ich verstehe, ehrlich gesagt, deine Position nicht so wirklich. Ist es deiner Meinung nach nun ein „kulturelles“ Problem oder nicht? Dein letzter Satz hört sich dann wieder anders an.
      Dass sexuelle Gewalt ein Problem auch in unserer Gesellschaft ist, zeigen Kriminalstatistiken immer wieder. Verantwortlich dafür sind Straftäter (m/w), nicht „Männer“. Es darf aber weder ein Tabu darüber geben, dass diese Straftäter häufiger männlich sind als weiblich, noch darüber, dass im o. G. Fall die Straftäter offenbar arabischen oder norafrikanischen Hintergrund hatten. Diese Art von PC finde ich sogar gefährlich. Weil sie die Präventionsarbeit ungemein erschwert. Natürlich gibt es Kulturen, in denen Frauen als weitgehend unwert gelten und das kann solche Verbrechen begünstigen. Und das muss thematisiert werden. Genauso wie die Frage legitim sein muss, warum Gewalttäter häufiger Männer sind als Frauen (vermutlich gibt es dafür Gründe und die sind sicher nicht unerheblich für die Prävention). Blöd finde ich in so einem Kontext Aussagen wie die von Frau Künast zu einer generellen „Männergewalt“.

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      1. Ja die Statistik. Wusstest du dass man vom unerklärlichen Verschwinden von Frauen aus der Strafstatistik spricht. Waren es vor zweihundert Jahren noch ausgewogen und Männer wie Frauen ungefähr gleich viel inhaftiert, so wird es je mehr es in Richtung der heutigen Zeit geht immer rückläufiger. Die Taten selbst nicht. Sie werden nur anders bewertet. Für gleiche Taten gibt es bei Frauen oft nur bedingte Strafen oder sogar nur Geldstrafen.
        Daraus. das Frauen weniger oft und weniger hart bestraft werden, wird nun aus den Häftlingszahlen konstruiert, das Männer viel öfters Verbrechen begehen. Auch das ist so eine für mich völlig amorarlische Art die Problem „feminstisch“ anzugehen. Genauso wie die Gewaltstatistik mit „jede dritte Frau in der EU Opfer der Männergewalt“. Dabei wird vollständig die Gewalt gegen Männer ignoriert. Würde der gleiche Massstab angelegt wie bei der Studie die dazu geführt hat, wäre auch jeder 3 Mann betroffen von Frauengewalt.
        Das ist eine weitere solche Perfedie dieser Ideologie, dass sie Studien rein nur auf ein Geschlecht beschränkt und damit den Eindruck erweckt, es gäbe nur eine männliche Seite der Gewalt. Das oft auch nur die direkte (rein körperlich verübte) Gewalt gezählt wird (tatsächlich 90% Männer) aber die indirekte Gewalt (mittels Gegenständen, Waffen ) nicht als häusliche Gewalt gewertet wird, ist die nächste Sauerei.

        Und daher ist für mich dieser „Feminismus“, der in Wahrheit Misandrismus ist, faschistoid, eine reine Farce und gesellschaftsgefährdend.

        http://www.querelles-net.de/index.php/qn/article/view/228/236

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      2. Hast Du dafür „Für gleiche Taten gibt es bei Frauen oft nur bedingte Strafen oder sogar nur Geldstrafen.“ und dafür „Waren es vor zweihundert Jahren noch ausgewogen und Männer wie Frauen ungefähr gleich viel inhaftiert“ mal eine Quelle?

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      3. Hab ich. War sehr informativ. Bestätigt aber eindeutig die feministische Sicht und nicht deine.Wo genau siehst Du da eine bestätigung deiner Aussagen

        „Was die Geschlechterverteilung in einzelnen Straftatenbereichen anlangt, kann im Umfang dieser Darstellung nur angeführt werden, dass der durchschnittliche Anteil weiblicher Tatverdächtiger im gesamten Beobachtungszeitraum nur bei Diebstahl ohne erschwerende Umstände (meist Ladendiebstahl) mit einem Frauenanteil von etwa einem Drittel sowie bei Betrug und Beleidigung mehr oder weniger deutlich überschritten wurde. Betrachtet man nur die Deliktsverteilung innerhalb der weiblichen Tatverdächtigen, fällt insbesondere wieder Diebstahl ohne erschwerende Umstände mit Abstand am stärksten ins Gewicht; dieser Anteil ist allerdings von knapp 50% auf unter 40% gesunken, während Betrug nunmehr bereits an die 20% ausmacht. „

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      4. Genau, und auch eine Angabe der „Straftaten“, wegen derer man damals belangt wurde, bitteschön. Wir wollen ja nicht, dass da Gewalt und Mord mit Unzucht, Ehebruch, Homosexualität und Ähnlichem verglichen werden.

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  3. Eine griffige Parabel über die aktuelle Diskussion um die Ereignisse in Köln. Vielen Dank!

    Was die Sache noch schlimmer macht, ist die Tatsache, um im Bild zu bleiben, dass die Diskussion zwischen Frau Müllermaier und Herrn Müller eigentlich gar nicht bei Herrn Huber am Ort des Geschehens, sondern in einer Nebenstraße zwei Blocks weiter stattfindet. Und zwar nachdem ein kleiner Junge ihnen die Geschichte erzählt und behauptet hat, es wären die aus Haus C gewesen, die Herrn Huber überfallen hätten.

    Dass in Köln irgendetwas Außergewöhnliches passiert ist, suggeriert die hohe Anzahl an Anzeigen. Doch was dort genau passiert ist, und wer die Täter waren, kann ich nicht beurteilen. Waren es jetzt Nordafrikaner (wie sehen die denn genau aus?), oder waren es vielleicht andere „ausländisch“ aussehende Männer? Waren es überhaupt ausschließlich Männer? Waren es „Trickdiebe“, oder war es ein angetrunkener, enthemmter Mob? Dies alles kann ich aus der derzeitigen Nachrichtenlage nicht zweifelsfrei entnehmen.
    Dennoch diskutieren Leute, Journalisten, Politiker, Blogger etc., die ebensowenig wie ich am Ort des Geschehens waren, über frauenfeindliche Kulturen und Männer und Rassismus und Sexismus.
    Sehr seltsam das alles. Und wie du oben geschrieben hast: kaum jemand spricht über die Opfer.

    Selbst die hohe Anzahl an Anzeigen ist für mich noch kein hinreichendes Kriterium für die besondere Schwere des Vorfalls. Ist es nicht möglich, dass die Frauen, welche z.B. auf dem Oktoberfest von angetrunkenen Männergruppen belästigt werden, eine Anzeige nur deshalb unterlassen, weil sie selbst der Meinung sind, das dies unter den Umständen „normal“ ist, und sie sich damit evtl. lächerlich machen würden.

    Das Problem des korrekten Verhaltens im öffentlichen Raum ist m.e. universal. Und es ist noch nicht mal auf die Belästigung von Frauen beschränkt. Wenn ich mir die Videoaufnahmen von Silvester in Köln auf YouTube anschaue, und sehe, wie Silvesterraketen in die Menge geschossen werden, dann weiß ich, dass ich dort auch als Mann nicht hingehen würde. Diese Leuten dort sind vollkommen enthemmt und es fehlt ihnen jeder Respekt vor den anderen Feiernden, und jegliche Rücksichtnahme auf Mitmenschen jedweden Geschlechts.

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    1. Die Augenzeugenberichte hören sich für mich nach einer Situation an, der man völlig hilflos ausgeliefert war, ohne Möglichkeit zu fliehen oder Hilfe zu erhalten. Und wenn die Polizei eine derart hohe Anzahl an Straftaten augenscheinlich nicht einmal bemerkt hat, kann man das wohl als Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung bezeichnen.

      Zum Oktoberfest kann ich einiges sagen, dort kommt es tatsächlich immer wieder mal zu ähnlichen Situationen (weswegen ich es mittlerweile auch sehr kritisch sehe), man wird auch teils alle paar Meter betatscht, aber dass Frauen von einer ganzen Gruppe eingekesselt werden, ist tatsächlich nicht so häufig. Gibt es, meine Schwester wurde mal von 3 Männern in die Herrentoilette gezerrt, aber zum Glück läuft sehr viel Security herum und die haben das sofort unterbunden.

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    2. Was Oktoberfest betrifft und Anzeigebereitschaft, hast Du übigens sicher recht, hataibu. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Situation, als mir einer voll zwischen die Beine griff, ich seine Hand mit Schmackes wegschlug und mir dann zwei Umstehende vorwarfen „so aggressiv“ zu sein und so „findest du nie einen Mann Mädel, man muss freundlich sein“. Klar, ich bin ganz schlimm aggressiv, wenn ich mir nicht zwischen die Beine grapschen lasse … Insofern ja, da wird sexuelle Belästigung wirklich oft ziemlich verharmlost und vermutlich nur die Spitze des Eisbergs angezeigt.

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      1. Schlimm, dass dir so etwas passiert ist.

        Das erinnert mich an die Frauengang, die mich kürzlich auf offener Straße überwältigte und vergewaltigte. Alle umstehenden lachten sich darüber kaputt, niemand hat geholfen.
        Traurigerweise ist mir das nicht zum ersten Mal passiert, sondern in regelmäßigen Abständen. Andere Leute laufen stets nur johlend vorbei und meinten, ich solle doch froh sein auch mal eine abzubekommen.

        Das schlimmste aber ist, und das ist auch der Grund warum ich es bisher nie erzählt habe, dass einem das nie geglaubt wird. Es passt wohl entweder nicht zum Alltagserleben der meisten Menschen, oder sie wollen es einfach verleugnen, dass sexuelle Gewalt und das Nichteingreifen Umstehender Alltag ist.
        Aber da dir das auch schon so häufig passiert ist und du es daher verstehen wirst, schreibe ich es mal hier.

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      2. David,

        Ironie und Satire sind zuweilen ein feines Instrument, um gewisse Sachverhalte zu verdeutlichen, aber hier erscheint sie mir vollkommen fehl am Platz.

        Willst du Margret allen Ernstes unterstellen, sie hätte die Belästigungsgeschichte nur erfunden?

        Ich selbst habe ähnliche Fälle auf solchen Festen auch schon erlebt. Bestimmte Typen von Männern meinen einfach, sie hätten das Recht, eine Frau auf diese Weise zu belästigen. Sie halten das für einen Riesenspaß. Bei einem anderen Mann würden sie sich so was niemals erlauben, da hätten sie viel zu viel Angst davor, eins in die Fresse zu bekommen. Aber Frauen fühlen sich überlegen und haben daher keinerlei Hemmungen.

        Aber du jammerst, wir armen Männer würden ja ständig diskriminiert und stünden unter dem Generalverdacht, alle Vergewaltiger zu sein.
        Einerseits ist das, therapeutisch gesehen, gar nicht so schlecht. So weißt du dann mal, wie sich Angehörige anderer unter Generalverdacht stehender Gruppen, z.B. Muslime, so fühlen.
        Andererseits, wenn du persönlich niemals eine Frau belästigt oder zugelassen hast, dass jemand anderes das tut, warum fühlst du dich dann überhaupt angesprochen und schreist auf wie ein geprügelter Hund?

        Letztendlich solltest du entweder Margrets Rat befolgen, und hier keine Beiträge mehr posten, wenn sie doch nur destruktiv sind, oder du solltest anfangen, dich konstruktiv und lösungsorientiert an der Diskussion zu beteiligen.

        ~hataibu

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      3. Ich denke, David meint die Erfahrungen sexueller Gewalt im Schwimmbad, die ich oben beschreibe. Die genau so stattgefunden haben. Ich wurde als junge Frau tatsächlich sehr häufig Opfer solcher und ähnlicher Attacken. Und nicht, weil ich besonders gut ausgesehen hätte oder so, sondern wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass ich sehr schüchtern war und somit wahrscheinlich als „leichte Beute“ identifiziert wurde. Aber bei David ist das eine persönliche Sache. Er kann mich (nach einigen Sach-Auseinandersetzungen) nicht leiden und darum zieht er prinzipiell alles Persönliche, was ich zwischendurch mal preisgebe, ins Lächerliche, ganz egal, um was es sich handelt. Finde ich ein sehr albernes, unreifes Verhalten.

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  4. Also hier hab ich danebengegriffen. Ja dieser Atrtikel ist nicht der den ich meinte. Nur finde ich den leider nicht mehr. Daher ziehe ich die Behauptung zurück. Ich hatte die Erinnerung an einen Link den ich mit „unerklärliches (Fast)Verschwinden von Frauenkriminalität in der Geschichte bis zur Jetztzeit“. Offenbar ein Irrtum. Aber ich suche noch weiter danach. Vielleicht ist es aber auch nur Einbildung

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